FUSE unter Windows
Es gibt einige Ideen, die sich in einer isolierten Welt entwickeln und von so bestechender Einfachheit und Genialität sind, dass sie sich unaufhaltsam überallhin ausbreiten. FUSE ist eine solche Idee. Anwender, die FUSE unter Linux benutzen und hin und wieder auch Windows-Rechner bedienen müssen, können aufatmen: Es gibt FUSE-Umsetzungen auch für Windows - eine davon haben wir getestet.
Vorteile/Konzept
Während Dateisysteme früher oft Teil des Kernels waren - und damit schwer ersetzbar/erweiterbar (beziehungsweise gar nicht, wenn man keine Administratorrechte besaß), verfolgt FUSE (File System in User Space) einen anderen Ansatz: FUSE verankert ein Modul im Kernel, dass eine API zur Kopplung beliebiger Dateisysteme zum Kernel darstellt. Damit
- können neue Dateisysteme einfach installiert werden (Kernel müssen nicht mehr neu übersetzt oder gepatcht werden)
- sind neue Dateisysteme von "normalen" (nicht privilegierten) Anwendern nutzbar
- Ein populäres Dateisystem auf Basis von FUSE ist SSHFS , das die guten alten auf SSL beruhenden Mechanismen zum Zugriff auf entfernte Dateien (Linux: scp, unter Windows winscp) ablöst. Mit Hilfe von SSHFS ist es möglich, Dateisysteme entfernter Rechner in das eigene Dateisystem zu mounten und entsprechend zu nutzen, ohne dafür spezielle Rechte zu benötigen.
SSHFS & Windows: Dokan
Es gibt verschiedene Umsetzungen dieses Konzeptes für Windows - eine davon ist die Dokan-DLL , die ein SSH-Dateisystem mitbringt. Voraussetzungen für die Benutzung des SSH-Dateisystem ist eine Installation des .NET-Frameworksvon Microsoft mindestens in der Version 2. Falls man es noch nicht installiert hat - kein Problem: das Setup-Programm der SSHFS-Komponente öffnet den Internet-Browser mit der entsprechenden Download-Seite.
Benutzung
Die Benutzung ist einfach: Doppelklick aufs Start-Icon. Im erscheinenden Fenster gibt man den Host und das zu mountende Verzeichnis ein und spezifiziert anschließend die gewünschte Authentifizierungsmethode und die dafür nötigen Daten. Schließlich muß man sich noch für einen Laufwerksbuchstaben entscheiden und - Voila: das Dateisystem des entfernten Rechners taucht unter dem gewählten Buchstaben im Dateimanager auf.

