Aufsetzen von Linux mittels debootstrap
Anwendung für das Aufsetzen von Linux mittels debootstrap
Das hier vorgeschlagene Vorgehen kann man sowohl für reale Rechner als auch virtuelle Maschinen (zum Beispiel für Virtual Box oder VMWare) einsetzen.
Voraussetzungen für das Aufsetzen von Linux mittels debootstrap
- Live-CD (wir nutzen GRML, weil Knoppix (zumindest bei unseren Versuchen) sich standhaft weigerte, ein bind-mount durchzuführen
- Das Programm debootstrap ist auf der CD verfügbar
- Rechner kann von Live-CD booten
- Leere Festplatte ist an Rechner angeschlossen (entweder physische Festplatte oder bei virtuellen Maschinen entsprechendes Image)
Vorgehen
- Rechner booten
- Netzwerkverbindung prüfen
- per fdisk Name der Platte herausfinden (Beispiel: /dev/sda)
- gegebenenfalls Festplatte partitionieren
- Im weiteren Verlauf wir davon ausgegangen, daß die Installation auf der ersten primären Partition /dev/sda1 vorgenommen wird
- /dev/sda1 mounten:
mount /dev/sda1 /mnt/
- Festplatte mit benötigten Dateien befüllen:
debootstrap lenny /mnt/
- Folgende Dateien an Gegebenheiten anpassen:
- /mnt/etc/hostname - der Name des Rechners
- /mnt/etc/resolv.conf - Konfiguration der Namensauflösung
- /mnt/etc/network/interfaces - Konfiguration der Netzwerkschnittstellen
- /mnt/etc/fstab - Mountpunkte der Dateisysteme (sollte mindestens Einträge für "/" und "proc" enthalten)
- Dateisysteme für anschließende Arbeiten in der chroot-Umgebung mounten:
mount -t proc none /mnt/proc
mount -o bind /dev/ /mnt/dev
- Wechseln in die chroot-Umgebung:
chroot /mnt/ /bin/bash
- Paketquellen aktualisieren:
apt-get update
- Kernel installieren:
apt-get install linux-image-686
- Bootmanager installieren:
apt-get install grub
- Bootmanager initialisieren:
grub-install
- Default-Bootmenü generieren:
update-grub
- Keyboard-Layout anpassen:
apt-get install console-data
Nun kann man booten und von diesem Ausgangspunkt aus sein ganz eigenes Linux-System aufbauen. Viel Spaß dabei!

